Währungshüter

US-Notenbank bereitet Märkte auf Zinswende vor – und verschreckt Investoren

US-Notenbank: Die Währungshüter haben am Mittwoch die lange erwartete Zinswende eingeleitet.
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US-Notenbank: Die Währungshüter haben am Mittwoch die lange erwartete Zinswende eingeleitet.

Die US-Notenbank bereitet die Märkte auf eine Zinswende vor. Zudem geht die Fed von weiter steigenden Inflationsraten aus.

Update vom 16. Juni, 23.06 Uhr: Die US-Notenbank hat ihre Inflationsprognose für dieses Jahr auf 3,4 Prozent angehoben, ist zugleich aber Ängsten vor einer unkontrollierten Preisspirale entgegengetreten. Der deutliche Anstieg der Verbraucherpreise gehe auf „vorübergehende“ Faktoren zurück, erklärte die Federal Reserve (Fed) am Mittwoch. 2022 dürfte die Inflation demnach wieder auf 2,1 Prozent sinken. In dem Fed-Führungsgremium rechnet eine Mehrheit der Mitglieder für 2023 mit Anhebungen der Leitzinsen.

Zuvor hatte die Wall Street auf Ankündigung der Fed (siehe Erstmeldung) deutlich reagiert. Der Dow Jones Industrial schloss mit einem Verlust von 0,77 Prozent Der den breiten Markt abbildende S&P 500 sank um 0,54 Prozent.

Erstmeldung vom 16. Juni, 20.31 Uhr: Washington - Die US-Notenbank will angesichts der Corona*-Pandemie zunächst an ihrer extrem lockeren Geldpolitik festhalten. Zugleich deutete die Federal Reserve am Mittwochabend jedoch Zinsanhebungen an. Investoren reagierten zunächst verschreckt. Die Wall Street weitete ihre Verluste nach der Zinsentscheidung aus. Der Leitindex Dow Jones notierte gegen 21.20 Uhr deutscher Zeit rund 0,5 Prozent im Minus.

Nach den Plänen bleibt der Leitzins in den USA zunächst in der Spanne von null bis 0,25 Prozent, wie die Notenbank am Mittwoch in Washington nach ihrer zweitägigen Zinssitzung mitteilte. Ökonomen hatten mit der Entscheidung gerechnet. Ziel der lockeren Linie ist es, die US-Wirtschaft in der Corona-Pandemie zu stützen.

Allerdings gibt sich die US-Notenbank zuversichtlicher für die wirtschaftliche Entwicklung und signalisiert eine etwas frühere Straffung ihrer Geldpolitik. Wie aus neuen Zinsprognosen der Notenbanker hervorgeht, könnten die Leitzinsen im Jahr 2023 zweimal um insgesamt einen halben Prozentpunkt steigen. Bisher sah die Prognose eine unveränderte Geldpolitik mit Leitzinsen nahe der Nulllinie vor.

US-Notenbank sieht Konjunktur zuversichtlicher

Nicht nur die Zinsprognose wurden angehoben, auch die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum und die Inflation fallen teilweise höher aus. So rechnet die Fed für dieses Jahr mit einem gesamtwirtschaftlichen Wachstum um 7,0 Prozent anstatt der bisher erwarteten 6,5 Prozent. Die Projektion für 2023 fällt ebenfalls etwas günstiger aus. Die Inflationserwartung wurde für die Jahre 2021 bis 2023 angehoben.

Die fortschreitende Impfkampagne habe die Ausbreitung der Corona-Pandemie gebremst, hieß es in der Mitteilung der Fed zum Zinsentscheid. Deshalb und aufgrund der erheblichen Unterstützung der Politik habe sich die wirtschaftliche Lage gebessert und die Beschäftigung erhöht. Ihre Wertpapierkäufe belässt die Notenbank dennoch bei 120 Milliarden US-Dollar je Monat. Damit sollen die Kapitalmarktzinsen niedrig und die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen sowie Verbraucher günstig gehalten werden. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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