Werften-Übernahme: Schiffbauer mit neuer Zuversicht

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Von den Aufträgen für den Bau von zehn Schiffen im Wert von insgesamt 3,5 Milliarden Euro werden auch viele Unternehmen außerhalb von Nordic profitieren. Foto: Bernd Wüstneck/Archiv

Rostock (dpa) - Die Übernahme der Nordic-Werften durch die malaysische Genting-Gruppe hat die Schiffbaubranche in Mecklenburg-Vorpommern in Aufbruchstimmung versetzt. "Dahinter stecken viele Aufträge für Kreuzfahrtschiffe", sagte Christian Schmoll, Geschäftsführer der Rostocker Werft Tamsen Maritim.

Der Genting-Konzern, zu dem auch drei Kreuzfahrt-Reedereien gehören, hatte Mitte Mai die Verträge über den Bau von zehn Schiffen im Wert von 3,5 Milliarden Euro unterzeichnet.

"Das ist alles sehr fundiert", sagte Schmoll. Die Aufträge böten zunächst die Sicherheit, dass die Arbeitsplätze in den bisherigen Nordic-Werften in Wismar, Rostock und Stralsund erhalten bleiben.

Der Einstieg von Genting sei ein großartiges Signal für den Schiffbau-Standort Mecklenburg-Vorpommern, sagte Reinhard Lüken vom Verband für Schiffbau und Meerestechnik. Die Herausforderungen vor allem bei der Zeitplanung dürften aber nicht unterschätzt werden.

Es handle sich um Kreuzfahrt- und kleinere Flusskreuzfahrtschiffe. Wie Schmoll sagte, ist mit einem Anteil an der Investitionssumme von rund einem Drittel für die Werften selbst zu rechnen, zwei Drittel gingen an die Ausrüstungsindustrie. Er ging davon aus, dass diese Aufträge die Werften und Zulieferer für mehrere Jahre auslasten. "Die Branche freut sich, da sie bisher meist ihr Geld im Ausland verdienen musste." Dazu gehören auch Maschinenbauer oder Elektrotechniker. Auch Universitäten würden profitieren. "Die Studenten haben endlich wieder eine berufliche Perspektive in Mecklenburg-Vorpommern", so Schmoll.

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