Tarifverhandlungen gefordert

Wieder Streiks an fünf deutschen Amazon-Standorten

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Streik am Amazon-Standort in Leipzig. Rund 400 Mitarbeiter sind in Sachsen in den Ausstand getreten. Foto: Jan Woitas

Die Gewerkschaft Verdi macht beim Versandriesen Amazon weiter Druck. Ein Tarifvertrag für die Beschäftigten ist dennoch nicht in Sicht.

Bad Hersfeld (dpa) - Die Gewerkschaft Verdi lässt im Kampf um einen Tarifvertrag beim Online-Versandhändler Amazon nicht locker: Heute rief Verdi an fünf Standorten bundesweit erneut dazu auf, die Arbeit niederzulegen.

Betroffen waren die Amazon-Standorte im hessischen Bad Hersfeld, Leipzig (Sachsen), Koblenz (Rheinland-Pfalz) sowie Rheinberg und Werne (beide NRW). Die Streiks umfassen die Früh- und Spätschicht. In Bad Hersfeld und Koblenz begann der Protest bereits in der Nachtschicht, wie Verdi mitteilte. Nach Angaben von Amazon beteiligten sich rund 940 Mitarbeiter der Frühschicht an dem Streik. Nach Zählung von Verdi waren es im Tagesverlauf 1700 Teilnehmer.

Verdi wertete den erneuten Ausstand beim weltgrößten Versandhändler als Erfolg. "Nach den Rückmeldungen der Standorte haben wir Amazon mit dem Streik getroffen", sagte Thomas Voß von Verdi. Nach den Feiertagen hätten viele Bestellungen vorgelegen, die nicht hätten bearbeitet werden können. Amazon selbst gab es sich demonstrativ gelassen: Die Streiks hätten keine große Wirkung entfaltet.

Neben den vielen Festangestellten seien bereits etliche mit Blick auf das Weihnachtsgeschäfte eingestellte Aushilfen bei der Arbeit. Zudem können Versandzentren aus dem benachbarten europäischen Ausland helfen, Bestellungen abzuwickeln, wie ein Amazon-Sprecher erklärte.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger sagte: "Der Druck auf Amazon lässt nicht nach. Amazon muss verstehen, dass sich die Beschäftigten ohne einen Tarifvertrag nicht zufrieden geben werden. Wir fordern das Unternehmen auf, an den Verhandlungstisch zu kommen." Das aber verweigert der Branchenprimus beharrlich.

Die Gewerkschaft verlangt in dem seit Jahren schwelenden Konflikt einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen lehnt aber Verhandlungen ab, sieht sich als Logistiker und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende des Branchenüblichen. Deswegen kommt es seit Mai 2013 immer wieder zu Streiks an verschiedenen Standorten bundesweit. Amazon beschäftigt in den Warenlagern über 11 000 Festangestellte, hinzu derzeit rund 3000 Aushilfen.

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