Wirtschaft erholt sich 2010 leicht

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Die Wirtschaft in der EU erholt sich 2010 wieder.

Brüssel - Für die Wirtschaft geht es wieder leicht bergauf: Nach dem dramatischen Einbruch in der weltweiten Wirtschaftskrise schlagen Deutschland und die Europäische Union im kommenden Jahr den Wachstumspfad ein.

Um 1,2 Prozent könnte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in der Bundesrepublik zulegen, wie die Europäische Kommission am Dienstag in ihrer jährlichen Herbstprognose mitteilte. Das Wachstum in den 27 EU- Ländern ebenso wie in der Eurozone könnte sich auf 0,7 Prozent belaufen. Nur schleppend und mit einiger Verzögerung erholt sich dagegen die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Mit der neuen Prognose korrigierte die Kommission ihr Frühjahrsgutachten, das noch von einem Minus von 0,1 Prozent für EU und Euroraum ausgegangen war.

“Die Wirtschaft in der EU kommt wieder aus der Rezession“, sagte Wirtschaftskommissar Joaquín Almunia. “Wir müssen jetzt überlegen, wie wir am besten den negativen Folgen der Krise auf Arbeitsmärkte, öffentliche Haushalte und Wachstumspotenzial begegnen.“ In diesem Jahr wird das BIP laut der Schätzung in der EU um 4,1 Prozent, in der Eurozone um 4,0 Prozent einbrechen. Für Deutschland befürchtet die EU-Kommission einen Einbruch von 5,0 Prozent. Das sind 0,4 Punkte weniger als im Frühjahr vorhergesagt. Für 2010 rechnet die Behörde mit einem leichten Wachstum von 1,2 Prozent, 0,9 Prozentpunkte mehr als in der Frühjahrsprognose.

Damit liegt die EU-Kommission auf einer Linie mit acht Wirtschaftsforschungsinstituten, die jüngst die gleichen Zahlen für Europas größte Volkswirtschaft auf den Tisch gelegt hatten. Zwar war die exportabhängige deutsche Wirtschaft laut Kommission unter den Industrienationen mit am schlimmsten getroffen. Mit seiner Wettbewerbsfähigkeit dürfte Deutschland aber auch gut aufgestellt sein, um von der anziehenden Konjunktur in den Schwellenländern zu profitieren.

Beschäftigungslage „kaum nachhaltig“

Mit Blick auf Krisenmaßnahmen wie Kurzarbeit warnte die EU-Kommission, dass die derzeit stabile Beschäftigungslage und geringe Produktivität “kaum nachhaltig“ seien. Das deutsche Staatsdefizit für dieses Jahr wird in Brüssel auf 3,5 Prozent geschätzt, für 2010 lautet die Prognose 5,0 Prozent, für 2011 dann 4,5 Prozent. Der Euro-Stabilitätspakt erlaubt ein Defizit von höchstens 3,0 Prozent. Obwohl die Arbeitsmärkte in der EU bislang weniger unter der Krise gelitten haben als befürchtet, rechnet die Kommission in den kommenden Monaten mit einem anhaltenden Stellenabbau. So dürfte die Arbeitslosenquote im Schnitt auf 10,25 Prozent klettern. Mit einem dramatischen Einbruch rechnet die Behörde in den von der Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffenen baltischen Ländern.

In Litauen dürfte das BIP demnach um 18,1 Prozent, in Lettland um 18 Prozent und in Estland um 13,7 Prozent schrumpfen. Der Abwärtstrend soll sich 2010 fortsetzen mit einem Minus von 3,9 Prozent in Litauen, von 4,0 Prozent in Lettland und 0,1 Prozent in Estland. Erstmals legte die EU-Kommission mit der Konjunkturprognose Szenarien für 2011 vor: Sollte es keine wesentlichen Änderungen in den politischen Rahmenbedingungen geben, könnte die deutsche Wirtschaft 2011 um 1,7 Prozent wachsen. Die EU könnte ein Wachstum von 1,6, die Eurozone von 1,5 Prozent verzeichnen.

dpa

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