Wirtschaft auf Erholungskurs

Berlin - Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sieht Deutschland auf einem "anhaltenden Erholungskurs". "Das Herausrobben aus dem Tal geschieht schneller als erwartet."

Das sagte IW-Direktor Michael Hüther am Montag in Berlin. Für 2010 erwarte er 1,75 Prozent Wachstum, für 2011 sogar gut zwei Prozent. 47 Prozent der vom IW im Frühjahr befragten Unternehmen rechnen 2010 mit einer höheren Produktion, nur knapp 18 Prozent mit niedrigerer. Der Auftrieb für Deutschland komme maßgeblich vom Außenhandel und damit über die Industrie, fügte Hüther hinzu. Das sei das “klassische Muster“ für Deutschland. Das Land sei “hervorragend aufgestellt“ für die globale Nachfrage. Preisbereinigt würden die deutschen Exporte 2010 um 7,25 Prozent und 2011 um sechs Prozent zulegen. Der Welthandel werde 2010 um acht Prozent steigen, das weltweite Wachstum werde vier Prozent betragen. Das sei die “Dynamik wie vor der Krise“, sagte Hüther.

Die Arbeitslosigkeit wird Hüther zufolge nur noch geringfügig steigen auf knapp 3,4 Millionen im Schnitt 2010 und gut 3,4 Millionen im Schnitt 2011. Zu keinem Zeitpunkt werde aber die Marke von vier Millionen Arbeitslosen überschritten. Ein Euro-Kurs von zum Beispiel 1,22 zum Dollar sei kein Problem für die deutsche Wirtschaft, er begünstige sogar die Exporte, fügte Hüther hinzu. Sorge bereite höchstens das Tempo der Abwärtsbewegung. Im übrigen sehe er überhaupt keinen Grund für eine Aufwertung des Pfundes. Auch die USA hätten Strukturprobleme wie die Verschuldung des privaten Haushalte Gründe für Inflationserwartungen sehe er auch nicht, sagt Hüther weiter. Er rechne für 2010 und 2011 mit nur etwa einem Prozent. Wer große Inflationsszenarien aufmache, der traue der Europäischen Zentralbank offenbar keine Inflationsbekämpfung zu. Sie könne aber die Geldmenge eindämmen, ohne zur “Zinskeule“ zu greifen, und dies über das Auslaufen von Stützungsmaßnahmen regeln.

dapd

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