Hauptsache umweltfreundlich

Online-Bestellungen: Zalando stellt revolutionäre Pläne für den Versand vor

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Sind die alten Pappkartons bald ein Auslaufmodell bei Zalando?

Die Menschen in Deutschland bestellen viel und gerne. Das verursacht jede Menge CO2. Online-Riese Zalando hat jetzt Pläne vorgestellt, wie der Versand der Zukunft aussehen könnte.

Berlin - Alle reden über Umweltschutz und Klimawandel, da will einer der größten, deutschen Online-Riesen, Zalando, nicht hinten anstehen. Der Konzern hat jetzt neue Konzepte präsentiert, wie man in Zukunft beim Versand das schädliche Umweltgas CO2 einsparen will und Verpackung reduzieren kann. Doch das soll nicht auf Kosten des Umsatzes geschehen. Und: Auch die Kunden des Versandhändlers sollen in die Verantwortung gezogen werden.

625,6 Tonnen: Zalando schafft Versandhüllen aus Plastik ab

Eine erste Änderung wird es im Bereich der Kosmetik geben, sagt Uwe Streiber von Zalando (Team Warehouse Consumables). Bisher wurden Lippenstift, Mascara und Co. in gepolsterten Plastiktaschen verschickt. Das soll sich jetzt ändern. Man habe eine Hülle aus Papier entwickelt, welche die zerbrechlichen Produkte genauso gut schützt. Das verwendete Papier ist zusätzlich zu 100 Prozent recycelt. Außerdem sollen die Produkte in dünnen Polybags verpackt werden. Diese Taschen bestehen aus 60 Prozent recyceltem Plastik. Der Online-Händler hat so im Vergleich zum Vorjahr etwa 625,6 Tonnen Plastik eingespart.

Mehrwegverpackungen ist ein weiteres Zauberwort bei Zalando. So will man dieses Jahr mit einem Pilotprojekt starten, bei dem die Artikel in wiederverwendbaren Transportboxen oder Versandtaschen verschickt werden. Wie das genau aussehen soll, ist noch nicht ganz klar. Zalando-Managerin Melanie Hultsch sagt: „Sowohl die Frage nach dem Material als auch der Organisation dahinter sind nicht einfach zu beantworten.“ Ziel ist es auf jeden Fall, dass die Verpackung mehrmals benutzt werden kann, entweder für einen weiteren Versand oder für die Retoure.

Zalando führt in vielen europäischen Ländern den Mindestbestellwert wieder ein

In anderen europäischen Ländern fährt Zalando zusätzlich noch eine andere Strategie. Hier will man auf etwas zurückgreifen, was es so in Deutschland noch nicht gab und den Online-Riesen groß gemacht hat: einen Mindestbestellwert für kostenlosen Versand. So wurde bereits in Italien, auf den britischen Inseln und in Spanien eine Grenze für den Gratisversand eingeführt. In Skandinavien will man nachziehen. Der Mindestbestellwert liegt dabei bei 19,90 Pfund beziehungsweise 24,90 Euro. 

Wie chip.de berichtet, hat diese Umstellung bereits Früchte getragen. Vorstand Ruben Ritter sagte dem Portal, dass sich der Trend zu kleinen Bestellungen dadurch zwar bremsen, aber nicht stoppen ließe. Man wolle aber auch nicht auf Biegen und Brechen versuchen, die Kunden zu einem Umdenken zu zwingen, so der Zalando-Vorstand. In Deutschland ist ein Mindestbestellwert nicht geplant und wird wohl auch nicht kommen.

Auch bei der Deutschen Post wird der Versand in Zukunft teurer werden, doch hier sind Umweltgedanken nicht der Grund für die Preiserhöhung. Gar nicht gut für die Umwelt ist die Einstellung vieler Deutscher. Bei uns landen so viele Lebensmittel in der Tonne wie in keinem anderen europäischen Land.

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